Ihr Lieben alle, ich war jetzt ein paar Wochen lang nicht einkaufen. Ich geh eh nur alle paar Wochen – kaufe dann allerdings auch entsprechend viel … – und wollte die Hype des Hamsterns um mich herum aus Selbstschutz lieber aussitzen.

Jedenfalls hab ich vorgestern Abend zufällig in einer verstaubten Keller-Ecke bei Farbeimern- und Rollen eine ffp2 Atemschutzmaske gefunden. Ich möchte nicht sagen, „aus dem letzten Jahrtausend“, aber ein paar Jahre liegt sie schon dort … Egal! Lieber abgelaufen, als gar kein Schutz! Und ein paar Artikel, die ich auch gerne selber aussuchen wollte, brauchte ich inzwischen ja doch.

Also warme Jacke an – mit den Hunden morgens war es wirklich arschkalt gewesen – Maske aufgesetzt, Brille wieder hübsch drüber und einkaufen gegangen. Komisches Gefühl! Und auch die Unsicherheit, wie es wohl ist, wenn mich womöglich alle angucken, weil außer mir niemand eine trug. Auch keinen Mundschutz. Darüber habe ich erst einmal gestaunt. Aber ich werde ja oft schräg angeguckt. Sei es, weil ich wegen Hörfehler fremde Leute akustisch nicht auf Anhieb verstehe, oder sei es in den letzten Jahren, weil die Krankheit Gesicht und Augen doch ziemlich verunstaltet hatte. Was jetzt glücklicherweise wieder gesundet.

Tatsächlich hat aber niemand überhaupt nur ein zweites Mal hingeguckt. Und ich habe mich in Masken-Atmung geübt. Ich muss euch sagen, dass ich mich unerwartet gut damit gefühlt habe. Unerwartet geschützt tatsächlich. Allerdings reicht ein leichtes Verrutschen und man spürt, dass die Luft beim Einatmen am Kinn entlang streicht. Dann heißt es, schnell wieder zurechtgerückt.

Und heißt war mir!! Nie wieder mit dicker Jacke und Atemmaske ins Geschäft!! Die Brillengläser hat es mir auch erst einmal beschlagen, als ich von draußen reingekommen war. Dann fing die Nase an zu laufen … gut, das hat jetzt niemand sehen können … aber ich musste mich schon ganz schön davon abhalten, sie hoch zu ziehen. Maske alle paar Meter abnehmen und Schnäuzen hätte ja einen echten Stilbruch bedeutet.

Ja, und steifbeinig war ich irgendwie. Die ganze Geschmeidigkeit aus den Muskeln war raus. Unbewusste Angst?! Vermutlich. Die ganze Situation hatte schon etwas sehr Surreales für mich!! Im Gegensatz zu sonst habe ich von einzelnen Produkten dann viel weniger genommen, um nicht in den Verdacht zu geraten, dass ich hamstern wollte. Dabei kaufe ich sonst immer auf Vorrat ein. Ich weiß nie so genau, wann gesundheitlich das nächste Mal wieder die Fitness da ist, einkaufen zu gehen, und dann habe ich lieber mehr im Haus. Das habe ich mir diesmal verkniffen. Ich war aber ganz erleichtert, dass alles zu bekommen war, was ich wollte! Allerdings brauchte ich weder Nudeln noch Klopapier – aber in den Regalen, die ich aufgesucht habe, war jedenfalls alles da, was das Herz höher schlagen lässt.

Mundgeruch, Ihr Lieben alle … hat man ihn, stellt man das in einer Maske schnell fest. Ich bin überzeugt, dass wir alle mit perfekter Mundhygiene aus Corona hervor gehen werden!! Da wird man quasi ganz individuell und nachhaltig drauf trainiert, wenn man so ein Ding trägt 😊

Gut. Nase laufend, steifbeinig, mich nicht ganz klar im Gesichtsfeld fühlend und schnell außer Atem kommend habe ich gestern also seit langem einmal wieder eingekauft. Wenn ich das in Zukunft wieder mache, werde ich auch da jedes Mal eine Maske tragen. Es fühlt sich eindeutig besser an, als ohne.

Ja, lustig war es, als mir dann doch jemand mit Mundschutz begegnet ist. Sie hat mir auch gleich etwas zugerufen, das ich natürlich akustisch nicht verstanden habe, weil ich ja von den Lippen ablese. Echt eine bescheidene Situation. Habe ich also gelächelt und genickt und wollte an ihr vorbei. Sie hat es wiederholt und sehr nett und auffordernd geguckt. Da habe ich ihr notgerungen gesagt, dass ich leider nix versteh, weil ich ihre Lippenbewegung nicht sehen kann. Hat sie den Mundschutz doch prompt heruntergezogen und gesagt: „Da sind wir zwei die Einzigen, die hier einen Mundschutz tragen!“ Ja. Über den Sinn solchen Handelns kann man jetzt streiten, aber menschlich war ich ihr natürlich sehr zugetan für ihre Rücksicht. Habe dann auch, als sie doch recht wartend guckte, gesagt: „Das wird sich bald durchsetzen!“ Da war sie zufrieden, zog den Mundschutz wieder hoch und ging ebenfalls einkaufen.

Ich hoffe inständig, dass es sich durchsetzt, Ihr Lieben alle. Mundschutz kann jeder! Es reicht ein Tuch oder ein Schlauchschal, und so etwas liegt ja im Schrank, ne?!
Der Mundschutz schützt im Gegensatz zur Atemmaske zwar nicht beide Seiten, sondern einseitig nur die Menschen um den Träger herum – aber wenn jeder einen trägt, ist das Ergebnis, dass alle durch die anderen geschützt sind. Dann ist der Selbstschutz wieder gegeben. Ich hoffe, dass sich das durchsetzt!! Dazu schreib ich später auch noch mehr.

Passt gut auf euch auf und bleibt gesund, Ihr Lieben alle!!

fbthdr